Archiv des Autors: donlobo

Der Schrecken der Medusa

Medusa aus dem Film „Clash of Titans“ (1981).

Es ist die mythologische Figur aus dem antiken Griechenland, die ein sehr gutes Bildnis und Gleichnis zum Thema Trauma gibt. Medusa mit ihrer furchterregenden Erscheinung, mit ihrem Schlangenkörper und ihren Haaren, die Schlangen sind, verwandelt sie jeden Menschen, der sie nur erblickt, augenblicklich zu Stein. Durch den Schrecken der Medusa, ist es wie bei einer traumatischen Erfahrung in unserem Leben, die uns die Lebendigkeit raubt und uns lähmt und uns schwer wie Stein macht (körperlich sowie auch unsere Gefühlswelt). Weiterlesen

Die SIBAM-Elemente

Durch die hilfreiche „Brille“ des Somatic Experiencing können wir den Menschen in seinen 5 Erfahrungs- bzw. Erlebniskanälen betrachten. Als Therapeut kann dies eine gute Orientierung bieten um zu sehen in welchen Kanälen der Klient sich am ehesten aufhält, befindet und welche er gar nicht benutzt oder ob er in einem Kanal feststeckt. In unserer Erfahrungsdimension als Mensch ist es wohl gut in allen 5 Kanälen gleichermaßen ausgeglichen sein zu können. Traumatisierten (Verletzten, chronisch gestressten) Menschen ist es nicht möglich in allen Kanälen zu sein, meist gibt es einen Mangel in einem Kanal oder mehreren, was ein Hinweis auf eine Dysbalance sein kann. Wo mangelt es? Das mag eine wichtige Information für den Therapeuten sein, doch gilt es eher den Fokus auf die stärkenden und guten gesunden Aspekte zu richten. Weiterlesen

Der posttraumatische Wachstumsprozess

Traumatische oder stresshafte Erlebnisse sind Teil unseres Lebens. Diese werden nie ganz vermieden werden können, auch wenn man sich in der Edukation, Vermittlung und Erziehung darum bemühen sollte, zu klären wie Traumatisierungen zustande kommen können und wie man ihnen entgegenwirkt. Das betrifft auch den Umgang mit Emotionen. Aber Traumatisierungen werden uns leider immer als vorkommender Fakt des Daseins erhalten bleiben. Auch wenn sich das dramatisch anhört (und es wahreinlich auf einer perönlichen Ebene auch so ist), heißt das nicht, dass das Leben nur schrecklich und sinnlos ist. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir es schaffen diese Dramatik in unser Leben erfolgreich integrieren können, dann können wir zu neuer Freiheit und Weisheit gelangen. Weiterlesen

Warum es oft so schwer ist…

Haupt der Medusa (Peter Paul Rubens und Frans Snyders); Quelle: Wikipedia

Warum haben wir oftmals große Schwierigkeiten etwas in unserem Leben zu ändern, was wir gerne ändern würden? Warum gibt es Muster, die uns immer wieder im Äußeren begegnen, die sich uns als Probleme darstellen? Die Ursachen liegen in uns, die äußeren Bedingungen lösen etwas in uns aus (wir werden getriggert). Aus der Sicht der Traumatherapiemethode Somatic Experiencing ist dieser Teufelskreis durch unser vegetatives Nervensystem zu erklären; die Lösung dazu liegt ebenfalls da, und wir sind in der Lage mit dem Körper neues zu strukturieren, zu lernen und zu erfahren. Alleine aus einem problematischen Strudel herauszukommen ist kaum möglich, denn als soziale Wesen brauchen wir ein mitfühlendes, begleitendes Gegenüber, ohne Druck und Bedingungen – z.B. als Orientierung und Stütze. Weiterlesen

Freeze – Eine biologische Funktion

Das „freeze“ bezeichnet einen biologischen Menchanismus, der den Säugetieren und auch den Menschen inne wohnt. In lebensbedrohenden Gefahrensituationen wird extrem viel Energie im Organismus mobilisiert. Es handelt sich um eine immense Lebensenergie, die durch Kampf oder Flucht das eigene Überleben sichern soll. Werden beide Auswege blockiert dann setzt sich diese Energie im Nervensystem fest, es hängt etwas nach, es wird etwas eingefroren. Und man denke auch als Mensch an die vielen sozialen Konformen, in die man sich presst, oder man ist festgehalten oder es gibt einfach keinen Ausweg z.B. auch nicht als Kleinkind in einem Heim, wo der Haussegen schief hängt. So entstehen entweder abrupt oder über einen Zeitraum hinweg (chronisch) diverse funktionale, neurologische, soziale, motorische Dysregulationen, die sich als Phobien, Engegefühlen, Zurückgezogenheit, Süchten, Atem- und Verdauungsbeschwerden äußern können. Weiterlesen

Therapeutische Stopp-Technik

Die Therapie und das Heilen stellen eine Kunst dar. Es will gelernt sein, es braucht vielleicht auch etwas „Talent“ und Methodik. Die menschliche Seele (oder Psyche oder Emotionen) sind höchst komplex und wir sind nicht einfach rational funktionierende und rational motivierte Wesen. Wir sind keine Roboter, wir sind keine Maschinen. Wir müssen uns, um Veränderung zu bewirken, an Abwehrmechanismen, Prägungen, Mustern, seelischen Minenfeldern hindurch-, vorbei- und rundherumbewegen um Dinge bewusst zu machen, zu erkennen, in seeleische Tiefen zu gelangen. Wir landen immer und immer wieder in unseren gleichen Mustern mit ähnlichen Problemen, solange bis wir das Muster nicht erkannt haben und einen anderen, neuen Weg einschlagen; wenn wir dazu bereit sind; wenn wir den Mut haben; wenn wir Unterstützung haben; wenn wir die richtigen Erkenntnisse haben. Unsere Prägungen, die wiederum unsere Verhaltensweisen und unser Manövrieren durch das Leben beeinflussen, kommen in erster Instanz von unseren Eltern. Die Eltern schenken uns diesen Körper, und alle weiteren Prägungen folgen (natürlich auch von anderen Bezugspersonen, Umfeld, etc.). Es beginnt bereits im Mutterleib und auch bevor wir eine Sprache und ein Denken entwickeln. In dieser Zeit kann womöglich schon viel passieren, was uns in Muster zwingt, die wir gar nicht durchschauen können. Glücklicherweise gibt es Therapeuten und Heiler, die sich mit solchen Thematiken auseinandersetzen und daran arbeiten wollen auch anderen Menschen zu verhelfen aus negativen (Verhaltens-)Mustern aussteigen und neue heilsame Schritte vollziehen zu können. Weiterlesen

Somatic Experiencing – Freeze

Säugetiere und auch Menschen besitzen einen uns innewohnenden Mechanismus des Nervensystems, der mit einer Starre (freeze) reagiert. Die bekannten und gängig gelehrten Modi unseres Nervensystems sind der Sympathikus (Aktivität, Bewegung, Action, Spannung) und Parasympathikus (Ruhe, Entspannung, Verdauung, Schlaf).

Aufgrund unseres Wirtschafts- und Lebnsstils im Westen ist es oft der Parasymaphitkus, der gestört und nicht richtig eingebettet im natürlichen Rhythmus funktioniert. Wir überbewerten die Aktivität: Wir werden erzogen ständig aktiv sein zu müssen, etwas leisten zu müssen, etwas aufzubauen, hart zu arbeiten um eine Karriereleiter hochzukommen (irgendwo daneben geht sich vielleicht auch noch das Dasein als Familienvater und Familienmutter aus. Etwas überspitzt ausgedrückt). Weiterlesen

Massagetherapie – Faszien, Organe und Emotionen

„Faszien“ sind beinahe schon ein Modewort geworden. Wer Sport betreibt oder auch in der Massagetherapie oder Physiotherapie oder jeglichen manuellen Therapieberufen tätig ist und nicht mit dem Wissen von Faszien arbeitet, hat entweder etwas versäumt oder ist nicht aktuell informiert – so scheint es momentan. Nun kauft man sicher gerne Faszien-Rollen und liest in Gesundheits- und Sportmagazinen über die besagten Gewebestrukturen namens Faszien. Es handelt sich also um eine relativ moderne Entdeckung und ein neues Wissen im Anatomiebereich. Wenn man bedenkt, dass der erste internationale Faszienkongress (erst) 2007 in Boston stattgefunden hat, dann merkt man die Aktualität. Weiterlesen

Somatic Experiencing – Techniken und Methoden

Somatic Experiencing (SE) ist eine körperorientierte „buttom-up“ Methode um traumatische Erlebnisse und Stresssituationen effektiv zu behandeln und über unsere bisherigen engen Muster über unsere Weltsicht und über die Sicht von uns selbst und unsere Empfindungen und Gefühle hinauszuwachsen, ja all dies neu zu erleben und neu zu entdecken. „Buttop up“ bedeuted, dass hierbei nicht unsere Gedanken, Ideen, Vorhaben und Vorstellungen unser Leben verändern oder heilen können (dieser Aspekt wäre „top down“ und wird natürlich nicht ignoriert und spielt auch eine Rolle!), sondern, dass unsere Biologie, unsere Physiologie, unsere Körperlichkeit und unser Nervensystem dazu in der Lage sind unsere Empfindungen und Erfahrungen neu zu strukturieren und neue Lebenskraft zu finden. Der Körper hat seine eigene Intelligenz, seine natürlichen Rhythmen und seine natürlichen Gaben, sich von Verletzungen (=Traumata) zu heilen. Aber wie funktioniert SE, mit welchen Methoden arbeitet diese von dem biologieaffinen US-Amerikaner Peter A. Levine ins Leben gerufene Traumatherapie? Weiterlesen

Somatic Experiencing® – Eine Einführung

Somatic Experiencing ist eine von Peter A. Levine ins Lebens gerufene Art der Traumalösungsmethode. Der US-Amerikaner promovierte in medizinischer Biophysik und Psychologie. Er arbeitete jahrelang in diversen Schmerzzentren, bei der NASA zur Stressbewältigung, sowie auch mit US-Kriegstraumatisierten aus Vietnam und dem Irak. Der Zugang, den er zur Traumabewältigung erarbeitete, ist einer aus der Sicht der Biologie. Viele seiner Erkenntnisse leitete er aus dem Tierreich ab und er fand, dass Tiere in freier Wildbahn keine posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) davontrugen – im Gegensatz zum Menschen – und das, obwohl die Tiere sich in mehr oder minder ständiger Bedrohung und sogar Lebensgefahr befinden. Der Mensch innehalb seiner „sicherern Zivilisation“ ist da etwas anders und trägt sehr wohl unfallbedingte und entwicklungsbedingte PTBS davon. Eigentlich sind es keine Störungen sondern unabgeschlossene Impulse des Nervensystems. Es ist also vielmehr eine Regulationsschwierigkeit als eine Störung. Steht uns unser Neokortex (das Großhirn) womöglich zur Beseitigung gewisser Belastungen sogar im Wege? Weiterlesen