Ein Konzert der Namen des Manjushri

Huldigung an Manjushri in jugendlicher Form.

Sechzehn Verse über das Ersuchen um Unterweisung

(1) Sodann der glorreiche Halter des Vajra, der großartigste Bändiger der schwer zu Bändigenden, der Held, triumphierend über die drei Ebenen der Welt, der mächtige Herr des Donnerkeils, Herrscher des Verborgenen,

(2) Mit erwecktem Weißer-Lotus-Auge, voll erblühtem Rosa-Lotus-Gesicht, immer wieder den höchsten Vajra mit seiner Hand schwingend –

(3) Zusammen mit zahllosen Vajrapanis, mit Gesichtszügen wie etwa zornig gefurchten Brauen, Helden, Bändiger derer, die schwer zu zähmen sind, furchterregend und heroisch in ihrer Gestalt,

(4) Sie schwingen in ihren Händen Vajras mit glühenden Spitzen, hervorragend in der Erfüllung der Ziele der wandernden Wesen, durch großes Mitgefühl, unterscheidendes Gewahrsein und geschickte Mittel,

(5) Mit glücklichen, freudigen und entzückten Gemütszuständen, doch mit wilden Körperformen ausgestattet, Schützer, um den erleuchtenden Einfluss der Buddhas zu fördern, ihre Körper verneigend – zusammen mit ihnen

(6) Verneigt vor dem Beschützer, dem Alles Übertreffenden Siegreichen Meister, dem So-Gegangenen, dem Vollkommen Erleuchteten, und vornean stehend, die Handflächen aneinandergepresst, sprach er diese Worte:

(7) „Oh Meister des Alles-Durchdringenden, zu meinem Nutzen, meiner Bestimmung, aus Zuneigung zu mir, damit ich manifeste Erleuchtung mittels des Netzes der Illusion erlange

(8) Für das Wohlergehen und die Erlangung der unvergleichlichen Frucht für alle begrenzten Wesen, die im Sumpf der Unwissenheit versunken sind und deren Geist durch störende Emotionen aufgewühlt ist,

Continue reading „Ein Konzert der Namen des Manjushri“

Die vier Blumen pflegen um Erleuchtung zu erlangen

Diese dienen nicht als Dogmen sondern zum Erkunden im Sinne eines Forschergeistes wie ein Entdecker:

  1. Unparteilichkeit, Neutralität, Unvoreingenommenheit.
    Dies bedeutet, alle verdienen gleich viel Liebe; man bevorzugt nicht ein Kind. Man ist wie die Sonne, die auf alle gleichermaßen scheint oder wie ein Baum, der allen ohne Unterschied Schatten spendet.
  2. Non-Aggressivität
  3. Altruismus, Uneigennützligkeit, Selbstlosigkeit
  4. Freisein von vorgefertigten Meinungen. Open-Mindedness. Alle Ideen fallen lassen. Trainieren Sie sich weit wie der Himmelsraum zu sein. Seien Sie wie ein Kind aber nicht kindisch.

Mögen es mehr Momente von diesen einzelnen Blumen geben; für mich selbst und für andere!

Dank an Erik Pema Kunzang

Wohlstand und Lebenskraft erblühen lassen

Segnung und Bereinigung des Landes
Herbeirufung von Glück und Fruchtbarkeit
Ein Grundstück könnte mehr Frieden und Harmonie vertragen?
Haben Sie vielleicht eine geerbte oder neue Immobilie und hängt noch ein undefinierbares eigenartiges Gefühl im Haus?
Wollen Sie negative Energien eines Ortes befreien und fruchtbare Energien einladen?

Ein bereinigendes Ritual aus dem tibetischen Buddhismus können Sie hier bestellen: praxis@wolfgangschulz.at oder unter 06646384408

Nagas als Vitalkräfte der Natur
Nagas sind mythologische Schlangenwesen im indischen und tibetischen Raum, die die vitalen Naturkräfte des Wassers und der Erde repräsentieren. Sie werden als tatsächliche reale Wesenheiten angesehen und respektiert und gefürchtet. Ihre Behausungen sind große Bäume, Haine, Sümpfe, Höhlen und vorallem Gewässer wie Flüsse, Seen und das Meer.

In der Tierwelt sind sie repräsentiert durch schlichtweg alles, was kriecht und schwimmt:
Meerestiere wie Fische, Quallen und Kraken; Insekten wie Würmer, Schnecken, Ameisen und auch Spinnen; Amphibien wie Frösche und Salamander; Reptilien wie Echsen, Krokodile und Schlangen. Die Schlange ist wohl die berühmteste Repräsentantin der Nagas und diese fließende Körperform ist auch in den Flüssen wieder zu erkennen.

Unsere menschlichen Körperbezüge und so genannten Nagakrankheiten betreffen Geschlechtsorgane, Körperflüssigkeiten wie Lymphe (Abwassersystem des Körpers) und vorallem die Haut als physische Grenze und Umweltorgan (zum Letzteren gehören übrigens auch die Nieren dazu). Auch Augen- und Leberleiden schreibt man den Nagas zu.

Continue reading „Wohlstand und Lebenskraft erblühen lassen“

Trauma-Heilung ist kein Quickie

Der Satz „Die Zeit heilt alle Wunden“ trifft auf Traumata leider nicht zu.
Es ist zum Glück bei über 70% von traumatischen Erfahrungen so, dass ein Mensch sich nach ein paar Wochen bis zu einem halben Jahr nach dem Schreckensereignis wieder von selbst reguliert und zu seinem gesunden Gleichgewicht wiederfindet.
Ist diese Regulation nicht von selbst gegeben, dann braucht man mitfühlende und professionelle Unterstützung.

Continue reading „Trauma-Heilung ist kein Quickie“

Wie man tibetische Gebetsfahnen richtig aufhängt

Im Tibetischen werden die Gebetsfahnen mit Lungta bezeichnet, was eigentlich Windpferd bedeutet. Warum das so heißt, wird im Laufe dieses Texts geklärt.

Gebetsfahnen im heutigen Westen: Oft sieht man die hübschen und bunten Gebetsfahnen heutzutage nicht nur auf den Berggipfeln im Himalayagebirge, sondern selbst auf diversen Balkonen oder in Gärten im schönen Wien oder anderen westlichen Städten. Wahrscheinlich ist nicht jeder, der solche Fahnen bei sich Zuhause montiert, ein praktizierender Buddhist. Das macht nichts; allerdings sind ein paar Dinge zu dem Thema gut zu wissen.

Continue reading „Wie man tibetische Gebetsfahnen richtig aufhängt“

Die Girlande der Sichtweisen

Eine Buchrezension von Wolfgang Schulz:

Guru Padmasambhava, der „Lotusgeborene“, auch Guru Rinpoche genannt, brachte den Buddhismus nach Tibet. Mit der „Girlande der Sichtweisen“ hinterlässt er einen einzigartigen Wissensschatz, der die Lehrstruktur der neun Fahrzeuge der Nyingma-Tradition darlegt. Jamgön Mipham aus dem 19. Jhdt. erläutert den aus dem 8. Jhdt. stammenden Quelltext in seinem Kommentar.

Das Buch über die Sichtweisen

Buddha beschreibt diese Sicht bereits im Brahmajala Sutta des Palikanon. Denn die unwissenden und verwirrten Wesen sind ohne Zahl. Die vier nicht buddhistischen Sichtweisen sind: 1.) die Unreflektierten sind die Verwirrtesten von allen und erkennen keinerlei Ursachen oder Ergebnisse. 2.) die Materialisten haben kein Verständnis davon, ob es vorangegangene oder zukünftige Leben gibt. Sie arbeiten nur um Stärke, Ruhm und Macht in diesem Leben zu erlangen. 3.) die Nihilisten glauben nicht, dass Dinge Ursachen und Auswirkungen haben. Für sie ist alles „einfach so“ und erlöscht auch genauso wieder. 4.) die Eternalisten glauben an ein permanentes Selbst, welches sie sich in allen Phänomenen vorstellen. „All dies sind die Ansichten des Nichtwissens.“ (S.23)

Continue reading „Die Girlande der Sichtweisen“

Woher kommt meine Haltung?

topless woman standing near shadow
Photo by Julia Kuzenkov on Pexels.com

Die Körperhaltung ist für die Leichtigkeit des Seins von entscheidender Bedeutung. Wer kennt es nicht, dass Schmerzen und Verspannungen uns wie schwere oder verwundete Teile vorkommen; wie Blei, wie Bisse oder wie ein Ziehen in eine Richtung, in die wir gar nicht wollen. Und man gewöhnt sich daran. Es gibt allerdings auch, wie in verschiedensten Kampfkünsten bekannt, eine natürliche Körperhaltung, aus der Kraft entspringt.

Aber wie kommt es dazu, dass wir aus unserem natürlichen anatomischen Bauplan heraus fallen und unser lebender „Kadaver“ sich so anfühlt, wie er sich nun mal jetzt im Moment anfühlt. Im Großen und Ganzen gibt es drei Gründe, warum wir diese jetzige Haltung eingenommen haben. Es folgen bildhaft und leicht anschauliche Beispiele:

Continue reading „Woher kommt meine Haltung?“

Sucht: Suche und Flucht

In der deutschen Sprache recht passend, kann man sagen, Sucht ist immer eine Suche beziehungsweise eine Flucht. Denn unter der getanen Handlung gibt es tiefere Gründe wie zum Beispiel den Versuch ein Loch, eine Leere zu füllen oder Frust, Trauer oder andere Gefühle zu kompensieren. Auf kurze Zeit betrachtet, gibt die Handlung (oder die Einnahme) einen Schub an Vergnügen oder ein Gefühl der Erleichterung oder auch Kraftgewinn, die Langzeitkonsequenzen sind jedoch ungesund für Körper und Geist.

Continue reading „Sucht: Suche und Flucht“

Der Schrecken der Medusa

Medusa aus dem Film „Clash of Titans“ (1981).

Angst lässt „gefrieren“.
Es ist die mythologische Figur aus dem antiken Griechenland, die ein sehr gutes Bildnis und Gleichnis zum Thema Trauma gibt. Medusa mit ihrer furchterregenden Erscheinung, mit ihrem Schlangenkörper und ihren Haaren, die Schlangen sind, verwandelt sie jeden Menschen, der sie nur erblickt, augenblicklich zu Stein. Durch den Schrecken der Medusa, ist es wie bei einer traumatischen Erfahrung in unserem Leben, die uns die Lebendigkeit raubt und uns lähmt und uns schwer wie Stein macht (körperlich sowie auch unsere Gefühlswelt). Continue reading „Der Schrecken der Medusa“