Wie man tibetische Gebetsfahnen richtig aufhängt

Im Tibetischen werden die Gebetsfahnen mit Lungta bezeichnet, was eigentlich Windpferd bedeutet. Warum das so heißt, wird im Laufe dieses Texts geklärt.

Gebetsfahnen im heutigen Westen: Oft sieht man die hübschen und bunten Gebetsfahnen heutzutage nicht nur auf den Berggipfeln im Himalayagebirge, sondern selbst auf diversen Balkonen oder in Gärten im schönen Wien oder anderen westlichen Städten. Wahrscheinlich ist nicht jeder, der solche Fahnen bei sich Zuhause montiert, ein praktizierender Buddhist. Das macht nichts; allerdings sind ein paar Dinge zu dem Thema gut zu wissen.

Zur Symbolik und den Farben: Die Gebetsfahnen gibt es in den traditionellen Farben, die die 5 Elemente in dieser Kultur wiederspiegeln und somit gereinigt und ins Gleichgewicht gebracht werden sollen: Grün (Wind, Luft, Bewegung, Aktivität), Gelb (Erde, Verdienst, Fülle, Reichtum, Vermehrung, Qualität), Blau (Raum, Weite, Offenheit, der Geist), Rot (Feuer, Wärme, Transformation, Blut, Magnetismus, die Rede) und Weiß (Wasser, Reinigung, Heilung, der Körper). Auf den Gebetsfahnen sind positive Wunschgebete geschrieben und verschiedene Buddhas abgebildet, männlich oder weiblich, die die verschiedenen heilsamen erleuchteten Qualitäten repräsentieren, wie beispielsweise Intelligenz, Liebe, Tatkraft, Schutz, Heilung, Langlebigkeit und vieles weitere mehr.

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Die Girlande der Sichtweisen

Guru Padmasambhava, der „Lotusgeborene“, auch Guru Rinpoche genannt, brachte den Buddhismus nach Tibet. Mit der „Girlande der Sichtweisen“ hinterlässt er einen einzigartigen Wissensschatz, der die Lehrstruktur der neun Fahrzeuge der Nyingma-Tradition darlegt. Jamgön Mipham aus dem 19. Jhdt. erläutert den aus dem 8. Jhdt. stammenden Quelltext in seinem Kommentar.

Buddha beschreibt diese Sicht bereits im Brahmajala Sutta des Palikanon. Denn die unwissenden und verwirrten Wesen sind ohne Zahl. Die vier nicht buddhistischen Sichtweisen sind: 1.) die Unreflektierten sind die Verwirrtesten von allen und erkennen keinerlei Ursachen oder Ergebnisse. 2.) die Materialisten haben kein Verständnis davon, ob es vorangegangene oder zukünftige Leben gibt. Sie arbeiten nur um Stärke, Ruhm und Macht in diesem Leben zu erlangen. 3.) die Nihilisten glauben nicht, dass Dinge Ursachen und Auswirkungen haben. Für sie ist alles „einfach so“ und erlöscht auch genauso wieder. 4.) die Eternalisten glauben an ein permanentes Selbst, welches sie sich in allen Phänomenen vorstellen. „All dies sind die Ansichten des Nichtwissens.“ (S.23)

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