Trauma-Heilung ist kein Quickie

Der Satz „Die Zeit heilt alle Wunden“ trifft auf Traumata leider nicht zu.
Es ist zum Glück bei über 70% von traumatischen Erfahrungen so, dass ein Mensch sich nach ein paar Wochen bis zu einem halben Jahr nach dem Schreckensereignis wieder von selbst reguliert und zu seinem gesunden Gleichgewicht wiederfindet.
Ist diese Regulation nicht von selbst gegeben, dann braucht man mitfühlende und professionelle Unterstützung.
Es gibt Themen, die zu intensiv sind oder zu lange andauerten um sie alleine zu bewältigen; und diese Auswirkungen bleiben dann in unserem Nervensystem gespeichert, solange bis dieses Energiepotential entladen bzw. im System vollständig integriert wird.
Mit anderen Worten geht es um Überlebensenergien, wie beispielsweise Kampf-, Flucht- oder Erstarrungs-Reaktionen sowie Verhaltensmuster des Gefallenwollens als Co-Abhängigkeitsstrategie. Es gibt leider Fälle, da bleiben die natürlichen und gesunden Reaktionen sozusagen hängen, da sie nie ganz zu einem Abschluss gebracht werden können. Die natürliche Heilungsreaktion wird aufgrund der Umstände unterbrochen. Die Energie bleibt förmlich stecken. Es ist so als würde eine Schallplatte hängen bleiben und man erlebt wieder und wieder die selben leidhaften Muster. Trotz mentaler Entscheidung reagiert der eigene Körper sozusagen willkürlich auf bestimmte Situationen.

Warum ist das so? Die Amöbe als Schaubeispiel:

Viele kennen vielleicht das Experiment, bei dem eine Amöbe unter dem Mikroskop mit einer Nadel öfters nacheinander gestochen wird. Bei jedem Stich zuckt die Amöbe zusammen und verliert ihre natürliche Ausdehnung und ihr natürliches volles Potential. Nach dem ersten Stich dehnt sie sich zwar wieder normal zu ihrer vollen Größe aus; nach dem zweiten Stich und vielleicht auch noch nach dem dritten Stich ebenfalls. Doch wiederholt man das wieder und wieder, dann gibt es einen Zeitpunkt, an dem die Amöbe sich nicht mehr so weit ausdehnt, wie es ihr ursprüngliches Potential vorgesehen hätte. Sie bleibt von nun an als neuer „Normalszustand“ zusammengezogen.
Das Sinnbild eines Traumas lässt grüßen. Denn was wir hier auf der Ebene eines Einzellers sehen können, betrifft auch größere komplexere Organismen von Vielzellern wie zum Beispiel uns Menschen. Was resultiert ist rigides Erleben und Verhalten aufgrund der Zwangsjacke des Traumas.

Was enspricht den Stichen in unserem Menschendasein?
Es sind die Reaktionen unseres Nervensystems auf Unfälle, Stürze, Terror, Naturkatastrophen, Betrug, Verlust, Verletzungen, Missbrauch, Mobbing uvam. Auswirkungen in unserem Alltag davon sind dann: Ängste, Vermeidungsverhalten, Kontraktionen in Muskel- und/oder Organpartien, sog. Muskel- und Charakterpanzer, Gefühllosigkeit, Taubheit, chronische Verspannungen: Klassiker sind Hals und Nacken als Orientierungsapparat, sowie Bauch und Beckenboden.

Was ist zu tun?
Nun, es wäre ratsam sich an geschickte Mittel zu halten und sich einen Werkzeugkoffer anzueignen; und was es vorallem braucht zur Überwindung chronischer Themen ist: Geduld und Zeit.
Am Ende lohnt es sich an der Arbeit dran zu bleiben; doch ist es ein Prozess; Stück für Stück; Schritt für Schritt.
Man muss wie bei jeder Art von Training dabei bleiben; mit Begleitung als Regulativ, als Spiegel, als Checkpoint. Es ist wunderbar, wenn man nach Wochen und Monaten zurückblicken und die Verbesserungen im Leben erkennen kann.

Trauma-Heilung ist kein Quickie
Denn wenn ein Thema über Jahre und Jahrzehnte hängt, ist es immer noch ein Erfolg, wenn man ein paar Jahre für die Bearbeitung und Lösung davon braucht. Wenn man 20 oder 30 Jahre an einem Thema leidet, dann haben sich zum Beispiel 7 oder 10 Jahre mit Begleitung und Training immer noch gelohnt um dann die eigene Befreiung zu feiern.
Unsere Reaktionen und Entscheidungen sind ja nicht unbedingt sofort sichtbar. Es verhält sich ein bisschen wie bei einem großen Dampfschiff, das man nach links oder nach rechts steuert. Es braucht seine gewisse Zeit bis dieses große Schiff bzw. eben unser Organismus reagiert und man Veränderungen bewusst wahrnimmt.
Mit Übung, Geduld und klarem Fokus kann man seine Anliegen klären und seine Themen besiegen; oder eben transformieren zu höheren Ebenen und reiferem Verhalten. Durch Körperachtsamkeit, Selbstbeobachtung, gesunde Beziehungen und der Atmung geht’s zur neuen Freiheit und Kraft!

Die Hindernisse sind der Weg, heißt es bereits bei den antiken Stoikern. Danke an alle Traumata als Lehrer, als Entwicklungsweiser und als Wachstumsprozess.
Neben den persönlichen Sitzungen für Begleitung und Trainings gibt’s hier in dieser Heilpraxis in Wien 1130 zusätzlich noch spirituelle Dienste wie energetischen Methoden aus dem Vajrayana-Buddhismus; diese können ideal unterstützen um die Entwicklungsprozesse anzukurbeln und zu stabilisieren. Ich freue mich auf Sie um gemeinsam Ihre Probleme anzugehen.